Dienstag, 3. September 2013

Multicity Carsharing

Heute möchte ich die Zeit nutzen und über einen außergewöhnlichen Produkttest nur für Berlin von den Probierpionieren und Multicity Carsharing schreiben.
Im Juli wurden 130 Tester gesucht, welche das erste Carsharing mit 100% Elektroautos auf Herz und Nieren testen. Die Anmeldung erfolgte kostenlos über einen extra Link und obendrauf gab es für die Tester 700 (!) Freiminuten. Ich hatte tatsächlich Glück und wurde als Testerin ausgewählt.
Bevor ich jedoch über meine Erfahrungen berichte, möchte ich allgemein das Carsharing Prinzip und auch Multicity Carsharing im Speziellen etwas vorstellen.

In Berlin gibt es mittlerweile 3 bekannte Carsharing Firmen: DriveNow, Car2go und Multicity Carsharing.  

Das Prinzip ist denkbar einfach:
  1. Online anmelden (9,90 Euro bei Multicity Carsharing, 19 Euro bei Car2go)
  2. Zum Abschluss der Registrierung in einer Geschäftsstelle des jeweiligen Unternehmens mit Führerschein und Personalausweis vorbeischauen.
  3. Losfahren
Man erhält entweder eine extra Kundenkarte oder aber einen Chip auf dem Führerschein.

Wie fahre ich?
  1. Auto im Internet, per App oder auf der Straße suchen und ggf. reservieren (hier variieren die Zeiträume von 15-30 Minuten bei den diversen Unternehmen)
  2. Auto aufsuchen und Karte an das Lesegerät an der Frontscheibe halten
  3. Auto auf Schäden überprüfen
  4. Losfahren
  5. Auto abstellen wo immer man mag im Stadtgebiet (hier gibt es Unterschiede bei der Größe des Gebietes, bei Car2go wird auch verhindert, dass man die Miete außerhalb des Geschäftsgebietes beendet)
  6. Mit Kundenkarte verschließen
Das Geschäftsgebiet von Multicity Carsharing ist derzeit noch relativ klein und umfasst grob gesagt nur den inneren S-Bahn Ring. Eine Karte findet ihr hier. Zudem gibt es derzeit nur ca. 350 Autos, was gemessen auf die Stadtgröße relativ wenig ist. Multicity Carsharing will die Flotte aber weiter ausbauen. Zum Vergleich: Car2go hat ca. 1.000 Autos im Geschäftsgebiet stehen.


Zu Multicity:
„Multicity Carsharing ist ein neuartiges und zukunftsweisendes Angebot für die moderne, urbane Mobilität: Es ist praktisch, flexibel und vor allem umweltschonend. Es ist das erste Carsharing-Angebot in Deutschland, das zu 100% mit Elektrofahrzeugen betrieben wird.“
Das Elektroauto - es gibt sie in weiß und in silber. Mir gefallen sie in silber besser.

„Die Multicity Carsharing Vorteile im Überblick
100% elektrisch: Die Fahrzeugflotte besteht ausschließlich aus CITROËN C-Zero Elektromobilen
100% flexibel: Jederzeit verfügbar, ohne feste Mietdauer, stationsunabhängig fahren und parken
100% umweltschonend: Null CO2-Ausstoß am Fahrzeug und Strom aus 100% regenerativen Quellen an den Ladesäulen
100% mobil: Multicity Carsharing Kunden können nach Einwilligung in die jeweiligen AGB alle Flinkster und e-Flinkster Fahrzeuge sowie das „Call a Bike“ Angebot der Deutschen Bahn nutzen. Für BVG-Kunden gibt es besondere Vorteile: vergünstigte Registrierung, Freiminuten, etc.
100% übersichtliche Kosten: Einfache Tarifstruktur mit fairen Preisen
100% für Sie da: Unser Service Team ist rund um die Uhr für Sie im Einsatz – egal ob per Telefon oder per E-Mail.
Bei Multicity Carsharing stehen Ihnen im Geschäftsgebiet Berlin 350 CITROËN C-Zero zur Verfügung. Der Fuhrpark wird in Zukunft immer weiter ergänzt und auf 500 Elektrofahrzeuge der Marke CITROËN ausgebaut.“

Zu den Preisen:
ES gibt zwei verschiedene Modelle:
  1. Zahlung nach Verbrauch (28 Cent pro Minute, maximal 39 Euro am Tag; Im Vergleich hierzu zahlt man bei Car2go 29 Cent die Minute und maximal 59 Euro am Tag, DriveNow gibt es ab 31 Cent die Minute)
  2. Prepaid (100 Minuten für 25 Euro, 250 Minuten für 55,00 und 500 Minuten für 100 Euro; im Gegensatz zu DriveNow sind diese erworbenen Freiminuten zeitlich nicht begrenzt. Bei DriveNow muss man die gekauften Minuten innerhalb von 30 Tagen abfahren)
Folgendes ist bei Multicity Carsharing im Preis enthalten:
„- Vollkasko- und Haftpflichtversicherung  (VK mit 500,00 € SB)
- Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen
- inklusive aller gefahrenen Kilometer
- kostenlose Vorreservierung (15 min vor Fahrtantritt)
- integriertes Navigationssystem
- Stromkosten“

Bei allen Carsharing Unternehmen gibt es eine Selbstbeteiligung. Einzig bei DriveNow kann man diese durch eine Zahlung im Jahr jedoch reduzieren bzw. auf 0 Euro setzen.

Das Besondere an Multicity Carsharing ist, dass man mit Erwerb der Kundenkarte gleichzeitig auch das DB Flinkster Angebot nutzen kann und sich somit nicht erneut registrieren muss. Die Konditionen hier super günstig, so kann man ein Fahrzeug der Klasse Mini schon für 2,30 Euro die Stunde in der Hauptverkehrszeit (8-22 Uhr) mieten zzgl. Einer Verbrauchspauschale von 18 Cent pro KM. Auch hier gibt es Tagesfestpreise von 39 Euro für den 1. Tag und 29 Euro ab dem 2.Tag. Hier kann man die Autos jedoch nur an bestimmten Standorten (Bahnhöfen oder Flughäfen) abholen und muss das Auto dann auch wieder an den Ursprungsort zurück bringen. Ich denke, gerade wenn man mal einen Tagesausflug spontan machen will, kann das eine günstige Alternative für die ganze Familie sein. Man muss nicht reservieren wie bei Autovermietungen, sondern geht einfach hin und nimmt sich ein Auto. Ich habe Flinkster bisher noch nicht genutzt, will es aber definitiv mal noch ausprobieren.
Display zum Öffnen und Verschließen des Autos
Wie man vielleicht entnehmen kann, hatte ich vorher schon ein wenig Carsharing Erfahrung. Als letztes Jahr Car2go nach Berlin kam, habe ich mich gleich angemeldet. In Berlin ist das öffentliche Nahverkehrsnetz sehr gut und man benötigt nur in seltenen Fällen ein Auto. Ich besitze daher auch keines. DA ich aber prinzipiell doch etwas häufiger als nur im Urlaub fahren wollte und ab und an doch mal ein Auto zum Transportieren von schweren Dingen benötige, habe ich mich angemeldet. Die Car2go Flotte besteht nur aus Smarts und hat Automatikgetriebe. Dies kommt mir sehr entgegen, da ich seit nunmehr 9 Jahren keine Gangschaltung mehr gefahren bin. Das Anmelden und Losfahren funktioniert wie oben beschrieben. Das schöne beim Smart ist, es gibt einen Bordcomputer. In diesen muss man beim Einsteigen seinen PIN eingeben. Dann wird man gefragt, ob es Schäden gibt und wie sauber oder dreckig das Auto ist. Dann wird genau erklärt, wie man das Auto startet. DER Computer fungiert auch gleichzeitig als Navigationsgerät. Wenn man nicht gerade in einem Funkloch steckt (was bei mir tatsächlich schon vorkam) funktioniert alles sehr gut. Allerdings finde ich, dass der Smart sich nicht besonders gut lenken lässt. Gerade wenn ich Ein- oder Ausparken will, hänge ich regelrecht am Lenkrad.
Innenausstattung
Nun zu Multicity Carsharing. Hier benötigt man lediglich die Karte, um Zugang zu dem Auto zu erhalten; ein Pin ist nicht erforderlich. Dies empfinde ich als etwas unsicher. Als ich das erste Mal einstieg, war ich total überrascht. Denn wie von Car2go gewohnt, gibt es hier keinen Bordcomputer. Am Rückspiegel ist das Navi angebracht und der Schlüssel steckt im Handschuhfach. Hier wird nicht nach Schäden und Sauberkeit gefragt. Bei Problemen muss man die Hotline anrufen, welche glücklicherweise eine Berliner Nummer ist. Probleme sind bei mir noch nicht aufgetreten. Alles funktionierte bisher reibungslos. Wichtig ist, dass man auf den Ladestand schaut, aber dies muss man bei Benziner auch. Das einzige, was manchmal nervt, sind die lockeren Rückspiegel. Zweimal hatte ich jetzt schon ein Auto, wo ich nur die Rückbank sah.
Das Fahren in einem Elektroauto ist nicht groß anders als in einem Benziner. Einzig allein beim anmachen, hört man nur ein piep piep und an ist das Auto. Beim Fahren selber ist natürlich auch nichts zu hören. Aber vom Fahrgefühl, ist es gleich.
Rückspiegel mit Navigationsgerät

Ich finde Multicity Carsharing total klasse. Ich würde mir wünschen, dass die Flotte noch weiter ausgebaut wird, ebenso wie das Stadtgebiet. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt einfach. Und zudem, tut man der Umwelt noch einen gefallen. Ich werde es bestimmt öfter benutzen.

Jetzt habe ich einen halben Aufsatz geschrieben :-). Ich hoffe, das liest auch jemand. Es gibt aber einfach so unglaublich viel zu berichten. Fotos müssen leider noch warten. Habe vorhin welche mit meinem Tablet gemacht und die dann aber dummerweise aus Versehen wieder gelöscht. Muss ich also nochmal machen.

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